Traumapädagogik- Pädagogik des Sicheren Ortes

Korrigierende Beziehungsgestaltung und wertschätzende Kommunikation bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen.

 

Der berufliche Alltag mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen stellt uns als Mitarbeiter vor täglichen neuen Situationen und Herausforderungen. Hilflosigkeit bei Reinszenierung, Miterleben von Flashbacks, Ekel, Angst, Scham, Schuld, sowie massive destruktives Verhaltensweisen von traumatisierten Personen können dabei eine Rolle spielen. Ein Schlüssel in der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen ist, das wir Erwachsene die jungen Menschen in all ihren Facetten wahrnehmen und in den individuellen Lebenssituationen authentisch und mit Respekt und Würde begegnen.

 

Eines der möglichen größten Herausforderungen an uns als Mitarbeiter ist es bei dem Thema Trauma die Kinder und Jugendlichen empathisch, sanktionsfrei zu begleiten und korrigierende Beziehungsangebote im pädagogischen Alltag zu etablieren.

 

„Im Mittelpunkt steht die menschliche Begegnung zwischen dem einzelnen Kind/Jugendlichen und der Pädagogin. Traumapädagogik wird auch Pädagogik des „Sicheren Ortes“ beschrieben.“ (Kühn 2008,2009)

 

„Forschungsergebnisse zeigen immer wieder, dass eine Behandlung wirklich schweren Schaden anrichten kann, wenn man versucht, Menschen zu etwas zu zwingen: wenn man sie dazu bringen will, sich zu öffnen, auch wenn sie nicht dafür bereit sind, wenn man Beteiligung an der Therapie verlangt, wenn individuelle Unterschiede nicht respektiert werden.

 

Sicherheit ist für die Heilung entscheidend und Gewalt erzeugt Angst. Deshalb sind Therapien, die Zwang ausüben, für Trauma-Opfer gefährlich und wirkungslos.“ (Bruce D. Perry/Maia Szalavitz, Der Junge, der wie ein Hund gehalten wurde-Was traumatisierte Kinder uns über Leid, Liebe und Heilung lehren können. Kösel Verlag-6.Auflage 2014)

 

Wie kann ich in eine emphatische Verbindung mit Kindern und Jugendlichen gehen, um somit korrigierende Beziehungsangebote zu etablieren, sowie sanktionsfreie Räume schaffen?

 

„Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) ist in erster Linie eine innere Haltung aus Achtsamkeit, Respekt und Einfühlungsvermögen. Der Ansatz basiert auf einem ganzheitlichen und positiven Menschenbild.

Methodisch stehen das Erspüren und Ausdrücken der eigenen Gefühle und Bedürfnisse in Verbindung mit einer konkreten Bitte im Zentrum. Ebenso wichtig ist die sensible Wahrnehmung und Berücksichtigung der Gefühle und Bedürfnisse der anderen.“ (Quelle:Hamburger Institut für gewaltfreie Kommunikation)

 

„Dieser Weg benötigt ein Bewusstsein darüber, dass es einen feinen aber wichtigen Unterschied zwischen diesen zwei Zielen gibt: Menschen dazu zu bringen, zu tun was wir wollen oder eine Qualität der Beziehung herzustellen, bei der die Bedürfnisse aller befriedigt werden.“ (ebenda)

 

„Die Gewaltfreie Kommunikation, die für eine respektvolle Verbindung sorgt, unterscheidet sich deutlich von der Kommunikation, die Zwang als Form der Konfliktlösung mit Kindern benutzt.

Sie benötigt eine Bewegung weg von der Bewertung in moralischen Begriffen wie richtig/falsch oder gut/schlecht, hin zu einer Sprache, die auf Bedürfnissen basiert. Wir brauchen die Fähigkeit, den Kindern zu erzählen, ob das was sie tun, in Einklang oder in Konflikt mit unseren Bedürfnissen ist-und zwar auf eine Art und Weise, die nicht Schuld-oder Schamgefühl bei dem Kind hervorruft.“

(Quelle: Buch, Kinder einfühlsam erziehen, Eltersein mit Gewaltfreier Kommunikation, Marshall B. Rosenberg)

 

Wir Erwachsene treffen bewusst oder unbewusst eine Wahl, wie wir Kindern und und Jugendlichen begegnen. Als Erwachsene und Bezugspersonen sind wir dafür verantwortlich, was wir den jungen Menschen vorleben und wie wir Kinder und Jugendliche begleiten möchten, damit Heilung möglich ist. Wir haben die Möglichkeit eines Paradigmenwechsels aus eingefahrenen Verhaltensmustern heraus hin zu einer wirklich prozess- und lösungsorientierten Wahrnehmung und Kommunikation.

 

Seminarinhalte können sein: (Tagesumfang und Inhalt nach Absprache/Wunsch)

-Einführung Trauma

-Neurobiologie Trauma/Zusammenhang Destruktivität/Lernschwierigkeiten

-Biografiearbeit/Transgenerationale Übertragung

-Resilienzförderung/Ressourcen

-Notfallstrategien „Notfallkoffer“

-Netztwerkarbeit

-Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg

-Korrigierende Beziehungsgestaltung/Gestaltung sanktionsfreier Räume

-Umgang mit Ärger/Wut/Aggression

 

Referentin:

Janet Jenichen

exam. Krankenschwester

Dialogprozess-Begleiterin

Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation

Traumapädagogik